Kawhia - Schwarzer Strand und warme Quellen im Watt

Montag 14. November 1:30 pm der Tank ist voll, es geht von Roturoa an die Westküste 180 km nach Kawhia. Auf dem Campground wurde ich freundlich empfangen, der Manager erklärte mir an einer topographischen Karte die besonders sehenswerten Punkte der Umgebung. Sein Tipp, fahre gleich weiter zum Strand, es ist Ebbe, und du kannst dir deinen eigenen Warmwasserpool graben. Fahre zum Parkplatz, hinter der Düne sind 2 gelbe Pfähle, in deren Verlängerung nach etwa 150 Metern im Watt stößt du in einer Tiefe von 30 cm auf warmes Wasser.

Er drückt mir noch einen Spaten in die Hand und los geht’s. Die Tsunamiwarnungen vom Morgen gelten ja nicht für die Westküste. Am Strand liegen schon ein paar Menschen in ihren Pools. Als meiner endlich fertig war, war ich ganz alleine, es war schon ein merkwürdiges Gefühl, an einem schwarzen Strand auf der anderen Seite unserer Erde ein Warmwasserbad in freier Natur zu nehmen. Abkühlung gab es von oben, denn es regnete. Es war eine tolle Erfahrung auch wenn am Abend vor dem Abendessen erst einmal Putzen des Campers angesagt war.

Campground in Kawhia

Der Camping Ground Kawhia liegt an der Moke Street. Bis zum Zentrum des Ortes ist es ein Spaziergang von 15 Minuten entlang der Bucht. Mitte November war es hier sehr ruhig. Für 15 NZD pro Person und Nacht waren die Duschen und auch das WLAN frei. Mittlerweile sind die Preise sicher etwas angehoben.

Auch am Dienstag regnete es. Eine schöne Strecke bei Regen zu fahren lohnte sich nicht. Ich blieb in Kawhia. Als der Regen vorübergehend aufhörte, unternahm ich einen Spaziergang in den Ort. Im Ort flüchtete ich vor dem nächsten Schauer in ein Café. Ich bestellte einen Cappuccino, erst dann sah ich, dass es frische Austern gab – umgerechnet 1,30 Euro das Stück. Eine witzige Kombination. Ein Glas  Weißwein wäre besser gewesen, es war aber erst 12 Uhr.

Die Kiwis haben manchmal einen schrägen Humor. Ein Zaun war zum Beispiel mit Gummistiefeln, Fahrrädern, Thermoskannen und einem Kofferradio dekoriert.

Um Kontakt zu anderen zu bekommen, gehe ich zum Kochen ab und an in die Gemeinschaftsküche oder wasche dort mein Geschirr ab. In Kawhia traf ich eine junge Frau aus Hannover, sie ist für ein Jahr nach Neuseeland gekommen und reist alleine in einem Sleepervan, ein Kombi, dessen Rückbank ausgebaut und gemeinsam mit dem Kofferraum als Bett zum Schlafen umgebaut ist. Respekt mit Anfang 20 hätte ich mir so eine Reise nicht zugetraut.

Kawhia liegt etwas abseits der Tourismusströme, um auf die Halbinsel zu kommen, ist es eine Strecke von 50 km vom States Highway. Wer Zeit hat, sollte sich diesen Abstecher gönnen, auch wenn es an der Westküste häufig etwas kühler und feuchter ist.